Retrofit in der Behälterfördertechnik

Was ist zu beachten?

Kosten:

Der Einsatz von vorhandenen Fördertechnik-Komponenten ist meist erheblich günstiger als eine neue Anlage. Doch es sollte darauf geachtet werden, daß diese nicht zu aufwändig zu modifizieren sind.

Hier sollte im Zuge der Projektierung eine solide Kalkulation des jeweiligen Einzelfalls ausgearbeitet werden. Es ist zu empfehlen, die Kostenersparnis im Einzelfall zu prüfen. In dieseer Prüfung spielen einige Faktoren eine wichtige Rolle.

Ersatzteile: 
Fördertechnik bewährter Hersteller wie z.B. von Overbeck/Arnold, Knapp, VanDerLande oder Dematic ist sehr langlebig,

Daher sollte man darauf verzichten, zu exotische Komponenten einzusetzen.

Die Ersatzteilversorgung bei den weit verbreiteten Systemen ist weitestgehend unproblematisch.

Viele Komponenten und Anlagen der bekannten Hersteller sind auf dem Gebrauchtmarkt zu bekommen. Sollte eine ausreichend große Anlage zum Wiederaufbau zur Verfügung stehen, kann man sich ein größeres Ersatzteilpaket auf Lager legen.

Zeit: 
Sind alle Komponenten vorhanden, können die Behälterförderanlagen schnell und unkompliziert realisiert werden. Ein Montagebeginn ist in der Regel nach ein paar Wochen möglich.

Planung:
Für das Layout kann man oft auf Originalpläne zurückgreifen und auf dieser Basis kann auf einfache Weise ein neues Layout erstellt werden.
Zubehör wie Motoren, Lichtschranken und andere Sensoren sollten vor Inbetriebnahme getestet werden.

Erweiterung mit gleichem Hersteller: 
Bei einer Anlagenerweiterung mit gebrauchter Technik des gleichen Herstellers ist ein erheblicher Preisvorteil zu erwarten. Anbieter wie Knapp, Dematic oder VanDerLande, die sich im oberen Preissegment bewegen, haben nicht immer die Kapazität, eine Anlagenerweiterung (kurzfristig) umzusetzen. Der Preisvorteil kann hier erheblich sein.

Retrofit: 
Falls die Grundkonstruktion wie Systemprofile, die Seitenführungen und die Grundkonstruktion noch einsetzbar sind, kann über ein Retrofit in größerem Maßstab nachgedacht werden. Die Tragrolle, die Antriebe und die Steuerung kann ggf. ausgetauscht werden, auch Strecke für Strecke, ohne den Betriebsablauf komplett zu unterbrechen. Hier kommen Antriebe mit Rollenmotoren mit 24-Volt-Spannung in Frage. Vorhandene Strecken lassen sich dadurch in staudrucklose Rollenbahnen umwandeln.
Auch kann der Austausch einzelnen Teilstrecken gegen andere Antriebsarten in Frage kommen. So können aufwändige Steiggurtförderer-Konstruktionen gegen Spiralförderer ausgetauscht werden. Oder Strecken mit vielen Antrieben gegen lange Bahnen mit nur einem Motor.

Aussehen:
Die farbliche Gestaltung sollte von Anfang an abgesprochen werden. Sollen alle Komponenten den gleichen Farbton haben oder die Anlage komplett zerlegt und neu lackiert werden?

Steuerung: 
Bei gebrauchten Kompontenen benötigt man oft mehr Antriebe als bei einer Planung einer optimalen Neuanlage. Meiner Meinung nach sollte man grundsätzlich neue Steuerungseinheiten, neue Schaltschränke und eine neu aufgesetzte Programmierung einsetzen. Sensoren oder anderes Zubehör können wieder zum Einsatz kommen, nach einer technischen Prüfung.

Zusammenfassung: 
Bei jedem Projekt ist zu prüfen, ob der Einsatz der gebrauchte Fördertechnik, eine Überholung (Retrofit) oder doch besser neue Teilstrecken sinnvoll sind. Auch die zu erwartenden Wartungskosten und Energiekosten sollten berücksichtigt werden. Weitere Faktoren sind der vorgegebene Zeitplan, der Planungsaufwand und die Ersatzteilversorgung, die bei der Entscheidung eine Rolle spielen.

Hier finden Sie einige Videos von erfolgreichen Retrofit-Projekten:

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.